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Verbindungen

Im Allgemeinen sind Studentenverbindungen an den Hochschulen bestehende Verbände mit eigenständigen, studentischen Zielen und studentischem Gemeinschaftsleben. Im Mittelalter schlossen sich Magister und Scholaren nach landsmannschaftlicher Herkunft zu "Nationes" zusammen. Aus diesen "Nationes" entwickelten sich die Landsmannschaften, aus diesen die Corps; hinzu kamen die unter dem Eindruck der Freiheitskriege 1815 entstehenden Burschenschaften. Landsmannschaften, Corps und Burschenschaften bestimmten im 19. Jahrhundert das Bild der Studentenverbindungen (Korporationen), deren Angehörige mit Band und Mütze (Couleur), Pflege eines bestimmten Comments, Mensur u. Ä. ein eigenes studentisches Brauchtum und ein akademisches "Standesbewusstsein" entwickelten.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verstärkten sich die Auseinandersetzungen zwischen der katholischen Kirche einerseits und den, vom Gedankengut der Aufklärung geprägten, gesellschaftlichen Kreisen andererseits. Um einem solchen Zeitgeist Widerstand entgegenzusetzen, schlossen sich katholische Studenten in verschiedenen deutschen Universitätsstädten zu Vereinen zusammen. Dies war der Beginn des katholischen Verbindungsstudententums. Seit der Gründung des Cartellverbandes, kurz CV, im Jahr 1856 wird das aktive Verbandsleben von mittlerweile 127 katholischen Verbindungen an über 50 Hochschulorten geprägt, jede mit eigener Geschichte und Tradition.

Jede einzelne Verbindung ist eine eigenständige Gemeinschaft, die sich - aufgeteilt in Studierende (Aktivitas) und Berufstätige (Altherrenverband, AHV) - selbst verwaltet. Aktivitas und AHV wählen dazu jeweils einen Vorstand (das Chargenkabinett). Die, jedes Semester wechselnden, Chargen der Aktivitas werden von fünf Studenten gestellt, die das Semesterprogramm der Verbindung mit diversen Veranstaltungen (Vorträge, Diskussionen, Feiern) organisieren. Die Philisterchargen, also der AHV-Vorstand, werden i.d.R. dagegen auf mehrere Jahre gewählt. Sie halten den Kontakt zwischen den Alten Herren, die nach ihrem Studienende meistens den Studienort verlassen, und der Aktivitas aufrecht.

Will ein neues Mitglied in die Verbindung eintreten bekommt es für den Zeitraum von ca. einem Jahr den Status eines Fuxen. Ein Fux kann das Band jederzeit ohne Angabe von Gründen wieder niederlegen. Im Rahmen der endgültigen Aufnahme, der Burschung, wird jedoch ein Eid abgelegt, der immer auch die lebenslange Mitgliedschaft zum Inhalt hat. Die Fuxenzeit hat den Sinn, dass sich ein Interessent über die Tragweite der endgültigen Aufnahme und das Wesen der Verbindung klar wird. Ein Mitglied sollte nach der Burschung aus seiner Verbindung jedenfalls nicht ohne wirklich zwingenden Grund austreten. Andererseits ist eine Verbindung rechtlich gesehen ein Verein wie jeder andere.

 

Couleurkarte des CV

Couleurkarte des CV

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